Erweiterung und Modernisierung der Zuckerfabrik Renville
Die Rübenzuckerfabrik Southern Minnesota Beet Sugar Coop. in Renville, Minnesota/USA, wurde Mitte der 70iger Jahre für eine tägliche Verarbeitungskapazität von 6.000 sht (ca. 5.400 t/d) errichtet und ist zwischenzeitlich bei einer Tageskapazität von 9.000 sht (ca. 8.200 t/d) angelangt. Sie wird jetzt in einem großzügigen und anspruchsvollen Umbau- und Modernisierungsprogramm auf eine Rübenverarbeitung von 16.000 sht/d (ca. 14.500 t/d) erweitert. Der Gesamtarbeitsumfang wird in mehreren Teilschritten durchgeführt, weil nur der relativ kurze Zeitraum zwischen den ohnehin langen Kampagnen zur Verfügung steht.
Bereits zur Kampagne 1998 wurden von BMA vier diskontinuierliche Zentrifugen Typ G 2100 für Weißzucker-Füllmasse in das vorhandene Zucherhaus der Zuckerfabrik Renville integriert. Aufgrund der extrem kurzen Lieferzeiten mussten die Zentrifugen im komplett montierten Zustand liegend per Luftfracht in die USA transportiert werden. Zur Zeit werden mit den vier Zentrifugen durchschnittlich 1.300 sht/d (ca. 1.200 t/d) Weißzucker abgeschleudert. 
Für die Hauptumbauphase der Zuckerfabrik Renville wurden zur Kampagne 1999 die folgenden Stationen erweitert bzw. neu errichtet:  | Rübenannahme
| |  | Rübenaufbereitung
| |  | Schneidstation
| |  | Extraktion
| |  | Schnitzelpressenstation
| |  | Schnitzelttrocknung
| |  | Abwasseraufbereitung | |

In diesem Zusammenhang erhielt BMA den Auftrag zur Planung, Lieferung und Montageüberwachung folgender Ausrüstungen:  | 1 Gegenstrom-Schnitzelmaische für 16.000 sht/d (ca. 14.500 t/d) Ø 8,2 m x 10 m
| |  | 2 Extraktionstürme für je 8.000 sht/d (ca. 7.250 t/d) Ø 8,6 m x 21,61 m Extraktionslänge
| |  | 1 Entschäumer
| |  | 4 Schnitzelpumpen
| |  | 4 vertikale Schnitzelpressen HP 4000 M | |

Bei der Gegenstrom-Schnitzelmaische handelt es sich um die größte Einheit, die bis heute weltweit gebaut worden ist. Dieser komplett neu konzipierten Gegenstrom-Schnitzelmaische sind zwei Extraktionstürme in bewährter konstruktiver Ausführung nachgeschaltet.
Aus Platzgründen mussten die beiden Extraktionstürme außerhalb des alten Hauptgebäudes aufgestellt werden. Wegen der extremen Witterungsbedingungen während der langen Kampagnen – die durchschnittliche Kampagnedauer beträgt 180 bis 220 Tage – wurde vom Kunden die komplette und äußerst kompakte Aufstellung der Extraktionsanlagen und Schnitzelpressen ohne zusätzliche Transportelemente im Freien gewünscht.
Jeweils zwei vertikale Schnitzelpressen sind wiederum jedem der beiden Extraktionstürme direkt zugeordnet; zwischengeschaltete Transportelemente, wie Schnecken oder Transportbänder, sind komplett entfallen. Die Verteilung der Nassschnitzel aus den beiden, leicht konisch zueinander laufenden Ausziehschnecken des Extraktionsturmes auf die beiden Schnitzelpressen erfolgt über eine verstellbare, vom Füllstand angesteuerte Klappe.
Bei den eingesetzten Schnitzelpressen handelt es sich um den bewährten Typ der Baureihe HP 4000 M. Weitere Details zu dieser Presse können den BMA-Informationen Nr. 35/1997, Seite 14 entnommen werden.
Die abgepressten Schnitzel aus den vier Schnitzelpressen werden direkt, ohne Zwischenschaltung eines Pressschnitzelbunkers, zwei Verdampfungstrocknern zugeführt.
Weil in der Kampagne 1999/2000 noch nicht die endgültige Rübenverarbeitungsleistung erreicht werden konnte, wurde vorerst keine Anlage zur Dosierung von Presshilfsmitteln installiert. Hohe Trockensubstanzen der Pressschnitzel bei entsprechend niedrigen Spindeldrehzahlen konnten bei der derzeitigen Verarbeitung trotzdem problemlos realisiert werden.
Obwohl mit der Montage der Ausrüstungen erst nach dem Kampagneende im März 1999 begonnen werden konnte, ging die Fabrik mit den neuen Stationen bereits Anfang September wieder in Kampagnebetrieb. Das gesamte Projekt musste unter enormen Zeitdruck abgewickelt werden, so dass teilweise auf die sonst üblichen Probeläufe für die einzelnen Stationen verzichtet wurde. Trotz aller dieser Einschränkungen und der unvermeidlichen, jedoch schnell behobenen Anfahrprobleme bei neuen Stationen stabilisierte sich der Betrieb erfreulicherweise verhältnismäßig schnell.
In der Zwischenzeit arbeiten die von BMA gelieferten und projektierten Anlagen technisch und technologisch einwandfrei und zur vollen Zufriedenheit des Kunden.
Zur Zeit werden Extraktionsanlagen und Pressenstation mit folgenden Werten betrieben: 
| Schneidleistung: |
11.000
– 12.000 sht/d (ca. 10.000 – 11.000 t/d) |
| Rohsaftabzug: |
100
% a. R. * |
| Extraktionsverluste: |
0,30
% a. R. * |
| Pressschnitzel: |
30
% TS * |
(* durchschnittlich)

Nach Durchführung der geplanten weiteren Schritte zur Erweiterung der Fabrik und der Erhöhung der Rübenanbaufläche auf über 140.000 acres (ca. 57.000 ha) wird die Zuckerfabrik Southern Minnesota Beet Sugar Coop. In Renville die größte Rübenzuckerfabrik in den USA sein und aufgrund der langen Kampagne die weltweit höchste Zuckererzeugung einer Rübenzuckerfabrik haben. 
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